1. Mit dem Erkenntnisinteresse beginnen
Lege fest, was eine Antwort auf deine Frage ausmachen würde. Willst du Erfahrungen und Deutungen verstehen, Häufigkeiten schätzen, Unterschiede vergleichen oder theoretische Argumente untersuchen? Erst danach ist die Wahl eines Verfahrens sinnvoll.
Qualitative Forschung ist nicht einfach Forschung mit wenigen Personen und quantitative Forschung nicht bloß ein Fragebogen mit vielen Antworten. Entscheidend sind Erkenntnisziel, Datentyp und Auswertungslogik. Ein Mixed-Methods-Design braucht zusätzlich eine begründete Verbindung der beiden Teile.
2. Den Weg zum Ergebnis offenlegen
Beschreibe Auswahl, Erhebung, Aufbereitung und Auswertung so konkret, dass Lesende deine Entscheidungen nachvollziehen können. Begründe auch, welche Fälle oder Materialien ausgeschlossen wurden und welche Folgen das für die Aussagekraft hat.
Trenne geplantes und tatsächlich durchgeführtes Vorgehen. Wenn du vom Exposé abgewichen bist, erläutere den Grund. Die fertige Methodik soll die tatsächliche Untersuchung beschreiben und nicht einen idealisierten Plan.
Weiterführend: Universität Bielefeld: Begründung methodischer Entscheidungen
| Entscheidung | Was du festhältst |
|---|---|
| Auswahl | Wer oder was wurde nach welchen Kriterien einbezogen? |
| Erhebung | Welche Instrumente und Bedingungen wurden verwendet? |
| Aufbereitung | Wie wurden Transkripte oder Datensätze bereinigt? |
| Auswertung | Welche Schritte führen von den Daten zu den Ergebnissen? |
3. Grenzen nicht mit Fehlern verwechseln
Jede Untersuchung hat einen begrenzten Geltungsbereich. Eine gezielte Auswahl von Interviewpersonen kann für eine bestimmte Perspektive sinnvoll sein, erlaubt aber nicht automatisch Aussagen über deren Häufigkeit in der Gesamtbevölkerung.
Prüfe auch, ob Rekrutierung und Teilnahmebedingungen bestimmte Gruppen ausschließen. Eine Online-Erhebung erreicht beispielsweise nicht automatisch alle relevanten Personen. Beschreibe, was dies für deine Interpretation bedeutet, statt pauschal „nicht repräsentativ“ zu schreiben.
4. Den Konsistenztest machen
Schreibe Frage, Daten und Auswertung jeweils in eine Zeile. Lässt sich erklären, wie der dritte Schritt mithilfe des zweiten die erste Zeile beantwortet? Wenn nicht, fehlt ein methodisches Bindeglied.
Kläre erforderliche Einwilligungen, institutionelle Freigaben und den Umgang mit sensiblen Daten vor der Erhebung. Trage reale Interview- oder Personendaten nur in Dienste ein, deren Verarbeitung für dein Projekt zulässig ist.
Dein nächster Schritt
Gehe die Prüfpunkte oben für deine eigene Arbeit durch.
Allgemeine Orientierung für wissenschaftliches Arbeiten. Fachspezifische Regeln und die aktuellen Vorgaben deiner Hochschule haben Vorrang. Unsere Tools ersetzen keine eigene Prüfung.
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