1. Eine konkrete Variante auswählen
„Qualitative Inhaltsanalyse“ bezeichnet mehrere Verfahren. Mayring und Kuckartz sind keine austauschbaren Etiketten für dieselbe Schrittfolge. Wähle eine konkrete Variante und die dazugehörige Methodenliteratur passend zu deiner Frage.
Kategorien können je nach Verfahren theoriegeleitet vorbereitet, aus dem Material entwickelt oder in einer begründeten Kombination gebildet werden. Halte fest, welche Vorgehensweise du nutzt und wann du Kategorien überprüfst.
Weiterführend: Ruhr-Universität Bochum: Qualitative Inhaltsanalyse
2. Kategorien so definieren, dass sie anwendbar sind
Ein Kategorienname allein reicht für eine nachvollziehbare Kodierung meist nicht. Dokumentiere die Bedeutung, passende Textbeispiele und die Abgrenzung zu benachbarten Kategorien. Lege außerdem fest, welche Einheit du kodierst und welcher Kontext für die Interpretation berücksichtigt wird.
3. Am Material erproben und Änderungen festhalten
Erprobe den Entwurf an einem geeigneten Materialausschnitt. Notiere mehrdeutige Stellen und prüfe, ob wichtige Inhalte durch das Raster fallen. Wenn du eine Definition änderst, müssen bereits bearbeitete Stellen gegebenenfalls neu geprüft werden.
Führe ein Änderungsprotokoll: Version, Anlass, neue Regel und betroffene Textstellen. So wird aus einer späteren Erinnerung eine nachvollziehbare methodische Entscheidung. Nutze ein separates Memo für deine Interpretation, damit Textbeleg und Deutung unterscheidbar bleiben.
4. Aus Codes eine Antwort entwickeln
Ein fertiges Kategoriensystem ist noch kein Ergebniskapitel. Vergleiche Muster, Unterschiede und Gegenbeispiele bezogen auf die Forschungsfrage. Die Anzahl kodierter Stellen allein ist kein Beleg für die Bedeutung oder Verbreitung einer Sichtweise.
Zeige an ausgewählten Fundstellen, wie du zu einer Interpretation kommst. Verknüpfe Zitate mit Fall- und Zeilenangaben nach deiner Dokumentationskonvention. Nenne Widersprüche ausdrücklich und vermeide identifizierende Details in veröffentlichten Auszügen.
Dein nächster Schritt
Gehe die Prüfpunkte oben für deine eigene Arbeit durch.
Allgemeine Orientierung für wissenschaftliches Arbeiten. Fachspezifische Regeln und die aktuellen Vorgaben deiner Hochschule haben Vorrang. Unsere Tools ersetzen keine eigene Prüfung.
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