Statistik & Ergebnisse

Welcher statistische Test passt zu deiner Untersuchung?

Prüfe Fragestellung, Messniveau und Studiendesign, bevor du ein Verfahren auswählst.

Zur Checkliste

1. Deine Datenstruktur zuerst beschreiben

Notiere die Zielvariable, ihre Skala und die Untersuchungseinheit. Geht es um eine Bearbeitungszeit, eine geordnete Antwortkategorie oder ein Ja-Nein-Ergebnis? Unterscheidet dein Design unabhängige Gruppen oder wiederholte Messungen derselben Personen?

Mehrere Messungen pro Person sind nicht automatisch unabhängige Beobachtungen. Auch Klassen, Teams oder Standorte können Abhängigkeiten erzeugen. Solche Strukturen müssen im Auswertungsplan berücksichtigt werden.

2. Typische Ausgangspunkte unterscheiden

Für den Vergleich zweier unabhängiger Mittelwerte kommt unter passenden Voraussetzungen ein Zweistichproben-t-Test infrage. Die Welch-Variante setzt keine gleichen Populationsvarianzen voraus. Bei gepaarten Messungen wird dagegen die Struktur der innerhalb eines Paars gebildeten Differenzen relevant.

Diese Orientierung ersetzt keine Prüfung der Daten. Geordnete Skalen, kleine erwartete Zellhäufigkeiten, Ausreißer oder ein komplexes Design können andere Verfahren erfordern. Nichtparametrische Tests sind ebenfalls nicht voraussetzungslos.

Weiterführend: NIST: Two-Sample t-Test

Deine FrageZuerst klären
Unterscheiden sich zwei Gruppen?Zielvariable, Unabhängigkeit, Verteilungen und Streuung
Hat sich etwas über die Zeit verändert?Paarung, Zahl der Messzeitpunkte und fehlende Werte
Hängen Merkmale zusammen?Skalenniveau, Form des Zusammenhangs und Störvariablen
Unterscheiden sich Häufigkeiten?Zellbesetzung und Abhängigkeit der Beobachtungen

3. Entscheidungen vor der Ergebniswahl festhalten

Definiere primäre Fragestellung und Analyse möglichst vor der Betrachtung der Ergebnisse. Dokumentiere den Umgang mit fehlenden Werten und Ausschlüssen. Wenn du nachträglich zusätzliche Analysen ausprobierst, kennzeichne sie als explorativ.

Wähle nicht nach mehreren Versuchen den Test aus, der den kleinsten p-Wert liefert. Bei mehreren Tests gehört der Umgang mit Mehrfachprüfungen in den Analyseplan. Bei Unsicherheit über verschachtelte oder longitudinale Daten ist fachliche Statistikberatung sinnvoll.

4. Mehr als den Testnamen berichten

Halte fest, welches Verfahren in welcher Software verwendet wurde, welche Fälle eingingen und wie du Voraussetzungen geprüft hast. Ergänze zum Testergebnis passende deskriptive Werte, Effektmaße und Unsicherheitsangaben.

Ein Tool kann anhand deiner Eingaben Verfahren vorschlagen. Ob deine tatsächlichen Daten die Voraussetzungen erfüllen, lässt sich aus einer kurzen Auswahlmaske allein nicht zuverlässig entscheiden.

Zum Gegenprüfen

Dein nächster Schritt

Gehe die Prüfpunkte oben für deine eigene Arbeit durch.

0 von 5 geprüft
Die Häkchen gelten nur für diese Seitenansicht.

Allgemeine Orientierung für wissenschaftliches Arbeiten. Fachspezifische Regeln und die aktuellen Vorgaben deiner Hochschule haben Vorrang. Unsere Tools ersetzen keine eigene Prüfung.

Passend zu diesem Ratgeber

Ein passendes Verfahren eingrenzen

Zum Tool