Aufbau & Schreiben

Tabellen und Abbildungen: Ergebnisse erklären statt nur zeigen

Wähle die passende Darstellungsform, kennzeichne Daten und Einheiten und verbinde jede Darstellung mit einer präzisen Textaussage.

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Auf deine Arbeit anwenden

Dein konkreter Arbeitsweg

Am Ende hast du: Abbildung und Argumentation sind miteinander verbunden.

Arbeitsablauf: 1. Darstellungszweck wählen: Begründete statt dekorative Darstellung. 2. Lesbarkeit herstellen: Eigenständig verständliche Darstellung. 3. Im Text einordnen: Abbildung und Argumentation sind miteinander verbunden.
Eigene schematische Arbeitshilfe: Darstellungszweck wählen → Lesbarkeit herstellen → Im Text einordnen. Die Schritte werden unten erläutert; keine empirischen Ergebnisse.
  1. Darstellungszweck wählen

    Bestimme, welcher Vergleich oder Zusammenhang im Text durch die Tabelle oder Abbildung leichter erkennbar wird.

    Prüfbarer Zwischenstand: Begründete statt dekorative Darstellung.

  2. Lesbarkeit herstellen

    Beschrifte Variablen, Einheiten, Legende, Quelle und notwendige Anmerkungen. Prüfe die Grafik in ihrer tatsächlichen Ausgabegröße.

    Prüfbarer Zwischenstand: Eigenständig verständliche Darstellung.

  3. Im Text einordnen

    Verweise auf die Nummer und erläutere den relevanten Befund, statt sämtliche Werte nochmals vorzulesen.

    Prüfbarer Zwischenstand: Abbildung und Argumentation sind miteinander verbunden.

Begleittext sprachlich prüfen

1. Von der Frage zur Darstellungsform gehen

Bevor du eine Tabelle oder Grafik baust, schreibe auf, welche Information sie verständlicher machen soll. Eine Tabelle hilft beispielsweise beim genauen Vergleich mehrerer Werte oder Kriterien. Eine Grafik kann einen Verlauf oder ein Muster anschaulich machen. Für eine einzelne, einfache Zahl reicht häufig ein Satz. Wähle die Form nicht danach, welche Vorlage besonders modern aussieht, sondern danach, was deine Leserinnen überprüfen oder vergleichen können sollen.

Purdue OWL erläutert für APA-Darstellungen unter anderem die Bezugnahme im Text, verständliche Beschriftungen und die Erklärung verwendeter Abkürzungen. Prüfe zuerst, ob deine Hochschule APA verlangt oder eigene Vorgaben hat. Entscheide außerdem, ob die Darstellung ein eigenes Ergebnis, eine zusammengefasste Literaturauswertung oder übernommenes Material zeigt. Diese Unterscheidung muss später aus Titel, Anmerkung und Quellenangabe hervorgehen. Eine dekorative Grafik ohne argumentative Aufgabe kannst du weglassen, auch wenn sie bereits viel Arbeit gekostet hat.

Weiterführend: Purdue OWL: APA Tables and Figures

2. Beschriftungen für die unabhängige Lektüre schreiben

Teste jede Darstellung ohne den umgebenden Fließtext. Sind Gegenstand, Zeitraum, Einheiten und Bezugsgrößen verständlich? Eine Spalte namens „Zeit“ lässt offen, ob Minuten, Tage oder Messzeitpunkte gemeint sind. Bei Prozentwerten brauchst du einen nachvollziehbaren Nenner. Kennzeichne fehlende Werte und erkläre das verwendete Zeichen. Eine leere Zelle darf nicht unklar lassen, ob nichts gemessen wurde, ein Wert null ist oder die Angabe für diesen Fall gar nicht zutrifft.

Die eigene Beispieltabelle zeigt ausschließlich erfundene Übungsdaten, keine Untersuchungsergebnisse. Ihr Zweck ist, den Unterschied zwischen Wert und Beschreibung sichtbar zu machen. Aus zwei Mittelwerten allein folgt weder statistische Signifikanz noch eine kausale Wirkung. Für eine echte Auswertung müssten Design, Streuung und gegebenenfalls Unsicherheit ergänzt werden. Verwende einheitliche Dezimalstellen sinnvoll, aber erzeuge keine scheinbare Messgenauigkeit durch zusätzliche Nachkommastellen, die dein Erhebungsverfahren nicht hergibt.

Fiktive GruppeBeobachtete FälleMittlere Bearbeitungszeit in Minuten
A1218,5
B1016,0

3. Im Text den relevanten Befund hervorheben

Verweise im Fließtext auf die Nummer der Tabelle oder Abbildung und benenne den Punkt, auf den es für deine Frage ankommt. Wiederhole nicht mechanisch alle Werte. Im Übungsbeispiel könntest du sagen, dass die mittlere Bearbeitungszeit in Gruppe B niedriger liegt als in Gruppe A, und anschließend die Grenzen dieser Beschreibung nennen. Wörter wie „beweist“, „wirkt“ oder „führt zu“ würden aus dieser kleinen Darstellung weit mehr machen, als sie tatsächlich zeigt.

Lege für komplexe Darstellungen eine Lesereihenfolge fest: erst den Gegenstand, dann das wichtigste Muster, schließlich eine relevante Einschränkung. Wenn ein überraschender Einzelwert nur durch eine besondere Bezugsgröße entsteht, erkläre diese gleich im Text. Verstecke die entscheidende Einschränkung nicht in einer kaum lesbaren Fußnote. Kontrolliere außerdem, ob die Darstellung dieselben Bezeichnungen verwendet wie Methodenkapitel und Ergebnistext. Unterschiedliche Gruppen- oder Variablennamen können sonst einen Vergleich vortäuschen, der so nicht vorgesehen war.

4. Eigene, übernommene und angepasste Darstellungen kennzeichnen

Bei fremden Darstellungen reicht es nicht, nur irgendwo im Kapitel die zugrunde liegende Quelle zu nennen. Der Curtin-Leitfaden zu APA erläutert die zusätzliche Kennzeichnung reproduzierter oder angepasster Tabellen und Abbildungen. Prüfe neben dem bibliografischen Nachweis die Nutzungsbedingungen; eine Quellenangabe ist keine automatische Nutzungserlaubnis. Konkrete Rechtefragen klärst du mit Bibliothek oder zuständiger Hochschulstelle. Die Vorgaben können sich bei einer öffentlich zugänglichen Veröffentlichung von einer internen Studienleistung unterscheiden.

Auch eine selbst gezeichnete Grafik kann fremde Daten oder ein fremdes Modell verwenden. Benenne diese Grundlage. Notiere bei einer Anpassung, was du verändert hast, beispielsweise Auswahl, Übersetzung oder Zusammenfassung. Bei eigener Literaturauswertung hilft eine nachvollziehbare Zuordnung der Aussagen zu den jeweiligen Quellen. Vermeide die pauschale Angabe „eigene Darstellung“, wenn dadurch die fremde Datengrundlage unsichtbar wird. Trenne in deinen Arbeitsdateien eigene Rohdaten, importierte Materialien und fertige Darstellungen eindeutig voneinander.

Weiterführend: Curtin University Library: APA 7, Tabellen und Abbildungen sowie Nachweise

5. Die tatsächlich abgegebene Darstellung kontrollieren

Prüfe nach dem Export, ob Schrift, Legende und Anmerkungen noch lesbar sind. Kontrolliere Seitenumbrüche, abgeschnittene Zeilen und Verweise auf verschobene Nummern. Eine Grafik sollte nicht ausschließlich über Farben verständlich sein; zusätzliche Beschriftungen oder Muster erleichtern die Unterscheidung. Formuliere bei digitalen Dokumenten passende Alternativbeschreibungen, wenn dein Format und die Vorgaben das ermöglichen. Die wissenschaftliche Quellenkennzeichnung und eine barrierearme Beschreibung erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben und ersetzen einander nicht.

Nutze den Abschlusswerk-Schreibhelfer für sprachliche Hinweise zum Begleittext, nicht zur Bestätigung deiner Daten oder Berechnungen. Lege abschließend neben jede Darstellung einen Satz mit ihrem Beitrag zur Forschungsfrage. Wenn dieser Satz fehlt oder dieselbe Information schon vollständig an anderer Stelle steht, prüfe, ob die Darstellung gekürzt, in den Anhang verschoben oder entfernt werden sollte. Behalte die überprüfte Datengrundlage und die bearbeitbare Originaldatei, damit spätere Korrekturen nachvollziehbar bleiben.

Zum Gegenprüfen

So unterstützt dich das passende Tool

Vorbereiten
Verwende den zu prüfenden eigenen Text in einem unterstützten Format; beachte Vertraulichkeit und zulässige Verarbeitung.
Ergebnis weiterverwenden
Kontrolliere jeden Hinweis am Original, besonders Fachbegriffe, Zahlen und die Reichweite der Aussage.
Grenze der Unterstützung
Eine Sprachprüfung verifiziert weder fachliche Richtigkeit noch Urheberrecht, Layout oder Quellenbelege.

Halte Einheiten und Rundung zwischen Text und Tabelle konsistent. Zahlen, Einheiten und Rundungen konsistent darstellen

Beschreibe die Aussage deiner Abbildungen auch für Menschen, die das Bild nicht sehen. Alternativtexte für Abbildungen: Inhalt vermitteln statt Dateinamen wiederholen

Dein nächster Schritt

Gehe die Prüfpunkte oben für deine eigene Arbeit durch.

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