Thema & Planung

Präregistrierung: einen Analyseplan vor den Ergebnissen festhalten

Plane Hypothesen, Variablen, Ausschlüsse und bedingte Auswertungen transparent, ohne spätere Erkenntnisse zu verbergen.

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Auf deine Arbeit anwenden

Dein konkreter Arbeitsweg

Am Ende hast du: Ein prüfbarer Analyseplan mit transparentem Änderungsweg.

Arbeitsablauf: 1. Vorwissen offenlegen: Eine ehrliche Ausgangslage vor der Planung. 2. Entscheidungen festlegen: Eine anwendbare Entscheidungstabelle. 3. Abweichungen berichten: Ein nachvollziehbarer Plan-Abgleich für Methodik und Anhang.
Eigene schematische Arbeitshilfe: Vorwissen offenlegen → Entscheidungen festlegen → Abweichungen berichten. Die Schritte werden unten erläutert; keine empirischen Ergebnisse.
  1. Vorwissen offenlegen

    Notiere Datenzugriff, Zeitpunkt und bereits bekannte Ergebnisse.

    Prüfbarer Zwischenstand: Eine ehrliche Ausgangslage vor der Planung.

  2. Entscheidungen festlegen

    Beschreibe Zielgröße, Analyse, Ausschlüsse und bedingte Alternativen konkret.

    Prüfbarer Zwischenstand: Eine anwendbare Entscheidungstabelle.

  3. Abweichungen berichten

    Vergleiche Plan und Ablauf; kennzeichne Änderungen und Exploration.

    Prüfbarer Zwischenstand: Ein nachvollziehbarer Plan-Abgleich für Methodik und Anhang.

Auswertungsverfahren vorbereiten

1. Den Zeitpunkt und den Zweck ehrlich benennen

Eine Präregistrierung hält einen Forschungsplan vor den dafür relevanten Ergebnissen fest. Das Center for Open Science unterscheidet dabei vorab geplante Prüfungen und nachträglich entwickelte Analysen. Beide können wissenschaftlich nützlich sein. Problematisch wird es, wenn eine erst nach Sichtung der Ergebnisse gefundene Erklärung als ursprüngliche Vorhersage erscheint. Eine Registrierung soll diese zeitliche Unterscheidung nachvollziehbar machen, nicht jede Überraschung verhindern.

Kläre zunächst mit der Betreuung, ob und in welcher Form eine Registrierung für dein Vorhaben sinnvoll ist. Notiere, welche Daten bereits vorliegen, wer sie gesehen hat und welche Informationen dir bekannt sind. Bei vorhandenen Datensätzen ist eine ehrliche Erklärung des bisherigen Zugriffs wichtiger als die Behauptung vollständiger Unkenntnis. Eine nachträgliche Dokumentation kann wertvoll sein, sollte aber nicht als Planung vor der Datensichtung bezeichnet werden.

Für deine eigene Vorbereitung genügen zunächst drei Zeilen: geplanter Untersuchungsbeginn, bisheriger Datenzugriff und offene Freigaben. Wenn du bereits einen Gruppenunterschied gesehen hast, gehört das in diese Notiz. Prüfe auch Datenschutz, Einwilligungen und Nutzungsrechte, bevor Dateien öffentlich werden. Der wissenschaftliche Nutzen einer transparenten Planung rechtfertigt nicht die Veröffentlichung vertraulicher Interviews, Kontaktdaten oder fremder unveröffentlichter Materialien.

Weiterführend: Center for Open Science: Preregistration

2. Entscheidungen so konkret machen, dass sie anwendbar sind

Die OSF-Hilfe empfiehlt präzise Hypothesen, Variablen und Analyseentscheidungen. „Wir untersuchen Motivation statistisch“ lässt offen, welcher Skalenwert, welche Personen und welches Verfahren gemeint sind. Notiere stattdessen Zielgröße, Gruppenzuordnung, Berechnungsregel, geplantes Modell und die Bedingungen, unter denen du eine Alternative verwenden würdest. Eine Vorlage nimmt dir diese fachlichen Entscheidungen nicht ab; sie macht fehlende Angaben nur sichtbarer.

Erstelle als eigene Arbeitshilfe eine Entscheidungstabelle mit den Spalten Frage, Entscheidung, Begründung und noch zu klären. Ergänze Aufnahme- und Ausschlusskriterien, den Umgang mit fehlenden Werten und die geplante Stichprobenbeendigung. Formuliere Ausschlüsse nicht nach dem gewünschten Ergebnis. „Antworten entfernen, wenn das Ergebnis komisch aussieht“ ist keine reproduzierbare Regel. Benenne vielmehr beobachtbare Bedingungen und erkläre, warum diese zur Datenqualität oder Zielpopulation gehören.

Im fiktiven Lernbeispiel planst du einen Vergleich zweier Lehrformate. Vor dem Start musst du festlegen, ob die Abschlussbewertung oder ein validierter Fragebogenscore die Hauptzielgröße ist. Werden beide untersucht, benenne Haupt- und ergänzende Analysen und den Umgang mit mehreren Prüfungen. Bewahre die genaue Fassung des Fragebogens und die Auswertungsanweisung gemeinsam mit dem Plan auf. Sonst bleibt unklar, worauf sich eine Variablenbezeichnung bezog.

Weiterführend: OSF: Welcome to Registrations

3. Änderungen und explorative Analysen sichtbar halten

Ein Plan kann durch reale Ereignisse unpassend werden: Ein Zugang scheitert, eine Messung fällt aus oder eine Eingabekodierung war fehlerhaft. Verändere die ursprüngliche Fassung nicht stillschweigend. Lege ein Änderungsprotokoll an, das Datum, Anlass, betroffene Entscheidung und bereits bekannten Ergebnisstand enthält. Beschreibe im späteren Methodenteil, welche Fassung tatsächlich umgesetzt wurde. Ein sauber dokumentierter Wechsel ist nachvollziehbarer als eine rückwirkend passende Ursprungsgeschichte.

Halte explorative Auswertungen in einem eigenen Abschnitt fest. Sie können Hinweise für spätere Forschung liefern, sind aber nicht dieselbe Evidenz wie eine unabhängige Prüfung einer vorher formulierten Hypothese. Bewahre auch Varianten auf, die keinen interessanten Zusammenhang zeigen. Die Entscheidung, nur den erfolgreichsten Modellversuch zu berichten, verschleiert den tatsächlichen Suchprozess. Die Offenlegung bedeutet nicht, dass jede technische Zwischenrechnung seitenlang dargestellt werden muss.

Teste den Plan vor der Festschreibung mit vollständig künstlichen Beispieldaten oder einem klar benannten Piloten. Prüfe dabei nur, ob Variablennamen, Berechnung und Ausgabestruktur funktionieren. Wenn reale Pilotdaten deine Hypothesen oder Schwellen beeinflussen, dokumentiere diesen Einfluss. Trenne technische Fehlerbehebung und inhaltliche Planänderung. So weißt du später, warum ein Skript anders aussieht, ohne eine unbeabsichtigte Anpassung an die Hauptresultate zu verschweigen.

4. Den Plan mit der späteren Darstellung verbinden

Vor der Abgabe legst du registrierten Plan und tatsächlichen Ablauf nebeneinander. Markiere jede Abweichung und ordne ihr eine Stelle in Methodik, Ergebnissen oder Anhang zu. Ein Leser sollte erkennen können, welche Ergebnisse geplant, geändert oder zusätzlich untersucht wurden. Prüfe den registrierten Link und die Sichtbarkeit, ohne fremde personenbezogene Informationen offenzulegen. Lokale Sicherungen ersetzen keine tatsächlich auffindbare Registrierung.

Der Statistikfinder unterstützt die Vorbereitung der Verfahrenswahl anhand von Frage und Datenstruktur. Übernimm seine Empfehlung nicht als fertige Präregistrierung. Kontrolliere insbesondere Zielgrößen, Voraussetzungen und Alternativen mit deiner Betreuung. Eine registrierte schlechte Entscheidung wird durch ihren Zeitstempel nicht richtig; eine gute spätere Korrektur sollte deshalb begründet und sichtbar sein.

Zum Gegenprüfen

So unterstützt dich das passende Tool

Vorbereiten
Hypothese, Skalenniveau, Gruppenstruktur und Abhängigkeiten der Daten angeben.
Ergebnis weiterverwenden
Empfehlungen in den Analyseplan übersetzen und methodisch prüfen.
Grenze der Unterstützung
Der Statistikfinder berechnet keine Rohdaten. Der Statistikfinder registriert nichts und berechnet keine Rohdaten.

Dein nächster Schritt

Gehe die Prüfpunkte oben für deine eigene Arbeit durch.

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